Juliaca

 

Puno - Juliaca

Juliaca liegt im Südosten von Perú, gleich neben der Stadt Puno liegt und damit in der Nähe des Titicaca-Sees. Sie ist mit 225.146 Einwohnern (laut Zählung von 2007) eine der größten Städte der Region. Auf dem Altiplano hat Juliaca eine Höhe von 3.825 m.ü.N.N. Neben dem Tourismus ist es das größte wirtschaftliche Zentrum der Region Puno. Es ist in der Nähe des Sees Chacas, dem Titicaca-See und mit dem sehr nahe gelegenen Sillustani mit seinen bekannten Ruinen eines der Ziele, über die man in die Region am Titicaca-See gelangt. Bekannt ist Juliaca auch durch seinen Karneval, dem Fest zu Ehren von Pachamana, das zwischen Februar und März stattfindet und bei dem die Frauen mit sehr bunten Kostümen auf die Straße und traditionelle Tänze des Altiplano tanzen.

 

 

 

 

 

 

Juliaca und die Industrie

Juliaca ist durch seine Höhe und wegen seiner eher kühleren Witterung schon seit der präkolumbianischen Zeit bekannt für eine ausgeprägte Textilproduktion. Besonders die Verarbeitung von Alpaca-Wolle, die durch die Kunstfertigkeit der Handwerker und besonders der Handwerkerinnen zu einem großen Liebhaberkreis gelangt ist, verleiht der Stadt einen überregionalen Ruf, dem nur noch Chinchero Konkurrenz machen kann. Schals, Mützen, Pullover und Bekleidung aller Art findet hier seine Kunden. Mittlerweile ist Juliaca die zweitwichtigste Wirtschaftsmetropole in südlichen Perú.

Für den Handel kommt noch begünstigend hinzu, dass durch die Nähe zum Titicaca-See und der Grenze zu Bolivien, sich viele Handelswege und -beziehungen mit Bolivien gebildet haben. So haben sich dort im Verlauf der Jahrhunderte zahlreiche Branchen und Wirtschaftszweige fest etabliert. Die Schwerpunkte liegen dabei neben dem Handel, dem produzierenden Industriegewerbe auch auf dem Transportwesen, der Logistik und natürlich auch bei der Touristik und mit den damit verbundenen Transporten per Bus, Bahn und Flugweg, als auch dem Hotelgewerbe.

Seit etwa 4.000 vor Christus wird die Region um den Titicaca-See immer dichter besiedelt. Zuerst wurde von den regionalen Bewohnern hauptsächlich der Fischfang betrieben und durch die Familien der Uros die selbst gefertigten Inseln aus Schilf besiedelt. Dadurch provitierte das Gebiet des heutigen Juliaca in der Zeit zwischen 1.000 vor Christus und den später in der Region bis 200 nach Christus herrschenden Pukara-Kulturen in den gesamten Anden. Bis zur Eroberung durch die Spanier im Jahr 1550 war die Gegend um die Stadt immer wieder ein umkämpfter Zankapfel zwischen den verschiedensten indigenen Völkern einschließlich der Inka.

 

Der wirtschaftliche Standort an der Grenze zu Bolivien

Tour Süd-Perú 2017 - Tag 08 - Juliaca 2017

Den guten Verbindungen und den ausgebauten Verkehrswegen nach Bolivien verdankt Juliaca seine recht gute Anbindung an Städte wie Cuzco, Arequipa, Puno und weiter über die neuere Verbindung der Interoceánica Súr mit Brasilien. Die letztere internationale Verbindungsstrecke ist derzeit in aller Munde, weil der brasilianische Baukonzern Odebrecht sehr viel Kapital eingesetzt hat um neben vielen anderen Bauprojekten auch dieses Projekt zu erhalten. Dabei ist bei allen bisherigen Untersuchungen nach herausgekommen, dass sogar der ehemalige Staatspräsidenten Alejandro Toledo davon provitiert hat. Aber die gesamten Bestechungsfälle sind immer noch nicht komplett aufgearbeitet und es sich weit mehr Personen betroffen, als uns bislang bekannt sein dürfte. Was einst die Transportwege für Güter und Waren auf den Wegen und Straßen waren, verlagert sich nun seit Jahren immer mehr auf das Schienennetz, das zunehmend auch touristisch genutzt wird.

Tour Süd-Perú 2017 - Tag 08 - Juliaca 2017

 

 

 

 

 

Stadtentwicklung

Die Stadt selbst hat mit auch für den normalen Bevölkerungsteil und auch für die Touristen einiges entwickelt. So entstand mit dem großen Einkaufszentrum, den Galería las Calceteras am zentralen Plaza Bolognesi, einer der typischen Textilmärkte. Gleich nebenan kann man die Kirche "La Merced" bestaunen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Franziskanerkloster Santa Bárbara an der Plaza de Armas und der auf dem Cerro Huaynarroque gelegenen Aussichtspunkt mit der weissen Christusstatue. Auch tauchen am Ortsende in Richtung Puno nun immer mehr Großbauten von Universitäten und Märkten auf.

Etwa zehn Kilometer in nordöstlicher Richtung liegt die flora- und faunareiche Laguna de Chacas. Wenn man nun weiter südlich in Richtung Puno und bolivianische Grenze fährt, gelangt man rechts vor der Mautstation abbiegend nach ein paar weiteren Kilometern in den Ort Atuncolla, der mit seinen sehr naturbelassenen Gebäuden und Höfen der Bauern stets einen Besuch Wert ist, wenn man auf dem Weg nach Sillustani zur Lagune von Umayo fährt. Die Bauern sind für ein paar Soles (in der Regel reichen 5 Soles) gerne bereit, ihren kleinen Hof und ihr Anwesen zu zeigen und zu erklären. Das wird unter Tags zumeist auch von deren Kindern übernommen. Zu Atuncolla und Sillustani könnt ihr mehr in einem der anderen Beiträge erfahren.

 

Anmerkungen:

Juliaca 2017 Überschwemmungen

Juliaca ist eigentlich nicht sehr sehenswert. Die Straßen sind in den letzten Jahren (2016 und 2017) öfters überschwemmt gewesen und wir haben den Ort selber eher als Dauerbaustelle betrachten können. Man muss beim durchfahren selbst auf den größeren Straßen stark aufpassen und die vorausfahrenden Fahrzeuge genau verfolgen, denn sonst kann es einem passieren, dass man mitten auf einer stark befahrenen Kreuzung in eine Fahrbahnmulden fährt, die eher einem kleinen Teich gleicht und deren Untiefen man wirklich nicht abschätzen kann. So manches Fahrzeug sieht nach dem öfteren Eintauchen in diese durch den rotbraunen Sand gefärbten Teiche und Seen der Straßen von Juliaca eher aus wie Sahrara-Fahrzeug. Alles ist zudem schön matschig...

Die Straßen von Juliaca sind ziemlich chaotisch, haben in der Regel sehr schmale Gehwege und eine Straße, die nicht betoniert oder gepflastert ist. Eigentlich sind die Wege und Straßen auch zu jeder Tageszeit vom Verkehr verstopft, bzw. werden von den fahrtechnisch sehr begabten Mitmenschen an deren nicht existierenden Strasßnrändern zugeparkt.

Juliaca 2017 Überschwemmungen

Juliaca ist zwar mit touristischen Städten wie Puno, Cuzco und Arequipa verbunden mit, aber trotzdem hat Juliaca eher einen Charme als Durchgangsstadt, aus dem man so schnell wie möglich wieder heraus möchte. Bleibt also nicht in Juliaca, verliert keine Zeit und reist lieber so schnell wie es euch der Verkehr ermöglicht weiter nach Sillustani, Puno oder in Richtung Bolivien nach Yunguyo / Copacabana und Desaguadero. Die Stadt ist wirklich nicht sonderlich reizvoll und besitzt nur wenige touristische Sehenswürdigkeiten. Es gibt im Laufe des Tages auch einige Busse zu diesen Zielen. Alles was ihr tun müsst ist, ein Ticket zu bekommen, besser ist es sogar sich per Taxi aus dem Ortskern bringen zu lassen. An den Straßen, an denen der Markt ist, wird es stets von Menschen wimmeln, die euch Tickets für die Busse verkaufen.

Wenn Ihr euch zwischen Januar und Februar in der Region befindet, sollten Ihr die Daten des nächsten Karnevals heraussuchen, denn das ist eines der grandiosen Feste, dass die Peruaner und auch Gruppen aus dem benachbarten Bolivien hier in Juliaca mitten auf den Straßen feiern. Dabei tragen die Teilnehmer die traditionellen Gewänder und die Frauen und Mädchen fallen schon von weitem durch ihre bunten Kostüme auf.