Museo Santuarios Andino

 

 

Tour Süd-Perú 2017 - Tag 12 - Arequipa - Museo Santuarios Andinos 2017Neben den vielen allgemeinen Sehenswürdigkeiten können wir den Besuch des Museo Santuario Andina empfehlen, wo die Geschichten und die Mumien dreier jungen Mädchen, die bei einem Inkaritual geopfert wurden, an die Besucher herangetragen wird.


Juanita, die Mumie eines etwa 14 bis 15jährigen Inka-Opfers, kann man in Arequipas Museum Santuarios Andinos begutachten. Nach vielen Untersuchungen gibt es nun neue Erkenntnisse zu den Umständen ihres Todes.

Das Ritual „Capacocha“, bei dem jugendliche und sogar kindliche Ritualopfer im Mittelpunkt standen, wirkt heute auf uns grausam und menschenfeindlich. Zu den Zeiten der Inka jedoch war dies durchaus eine gängige Methode, um die Götter darum zu bitten, das eigene Reich zu stabilisieren und auch die die Entgleisungen der Herrscher wieder gut zu machen.

Nach genauerer Untersuchung der Haare der vor knapp 15 Jahren in den Anden in einer Höhe von fast 7.000 m gefundenen drei Mumien der Kinder, gibt es nun einige neue Erkenntnisse: So wurden die dort entdeckten zwei Mädchen und der Junge während des Rituals mit Chicha und Cocablättern (einem alkoholischen Maissaft der Inka) quasi willenlos gemacht und eingeschläfert. Den Opfern ist sicherlich kaum entgangen, dass sie speziell für dieses Ritual auserwählt wurden. Es muss ihnen auch klar gewesen sein, dass sie bald während der Zeremonie sterben würden. Den Forschern nach ist es eindeutig erwiesen, dass Coca und Alkohol die Substanzen waren, mit denen die rituellen Opfer in einen heiligen Status erhielten. Gleichzeitig aber wurden sie dadurch eben auch willenlos gemacht, so dass die Rituale ohne Zwischenfälle von Angst oder Trauer durchgeführt werden konnten.

Das positive am Erfolg des grausamen Ritus von etwa 500 Jahren ist der Mumienfund im Jahr 1999 auf dem Vulkan Llullaillaco (an der Grenze zwischen Argentinien und Chile), anhand dessen wir heute genaueres über diese fremdartige Kultur erfahren können – denn die drei Mumien der Mädchen gelten als die Besten erhaltenen ihrer Art. Eis und Kälte erhalten mumifizierte Körper trotz vieler vergangener Jahrhunderte einwandfrei, wie man ja auch schon bei der Entdeckung Ötzis in Österreich erkennen konnte.